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Der Herbst...

Der Herbst steht auf der Leiter und malt die Blätter an …


… so heißt es in einem Lied. Aber malt der Herbst wirklich die Blätter an?
So langsam aber sicher fangen an allen Ecken und Enden in der Natur die Blätter an, ihre grüne Farbe gegen bunte einzutauschen. Wunderschön sieht das aus. Wieder zu Hause angekommen möchte ich aber nun doch wissen warum das so ist.
Jeder der sich mit Blättern auskennt, der weiß, warum sie grün sind. In den Blättern gibt es kleine Kraftwerke aus so genanntem Chlorophyll. Sie verwandeln das Kohlendioxid der Luft, also dass Gas welches beispielsweise wir Menschen oder auch Tiere ausatmen, in Sauerstoff und Zucker. Der Fachmann nennt das Photosynthese. Das braucht eine Menge Energie, welche das Kraftwerk aus der Sonne, genauer dem Sonnenlicht, erhält. Das Kraftwerk ist aber auch wählerisch. Das Licht besteht aus so genannten Spektralfarben. Das kann man das am Himmel sehen, wenn das Sonnenlicht durch Regentropfen gebrochen wird und ein Regenbogen entsteht. Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Indigo schimmert es dann. Aber was hat mit dem Blattgrün zu tun?  Das menschliche Auge kann nur die Farbe erkennen, welches von einem Objekt, zum Beispiel dem Blatt, reflektiert, also zurückgeworfen wird. Alle anderen Farben werden verschluckt. Das Blatt oder genauer das Chlorophyll verschluckt also alle Farben des Lichtes und betreibt damit die Photosynthese. Einzig das grüne Licht wird zurückgeworfen und unser Auge sieht nun das Blatt als grün.

Nun wissen wir, warum das Blatt grün ist. Aber was passiert dann im Herbst? Für den Baum sind alle Nährstoffe sehr wichtig. Wenn es langsam anfängt kälter zu werden fängt der Baum an, sich auf den Winter vorzubereiten. Er zieht alle wichtigen Stoffe aus den Blättern zurück in seine Äste und speichert sie in den Knospen für das nächste Jahr. Das Chlorophyll wird abgebaut und übrig bleiben Stoffe, die so groß und kompliziert gebaut sind, dass sie der Baum nicht ohne Probleme wieder zurückholen kann, etwa das rote Karotin oder das gelbe Anthocyan. Die sind eigentlich das ganze Jahr im Blatt. Man kann sie nur nicht sehen, weil das viele Chlorophyll so viel Grün reflektiert. Wird nun im Herbst der grüne Farbstoff abgebaut, kann man auch das rot und gelb der anderen Farbstoffe im Blatt sehen. Diese fallen dann mit den Blättern zu Boden und sind Nahrung für viele kleine Lebewesen, die man meist mit bloßem Auge gar nicht erkennt. Aber am Ende haben die Bodenbewohner daraus doch wieder Nährstoffe hergestellt, die der Baum mit seinen Wurzeln aufnehmen kann.

Warum aber wirft ein Baum nun eigentlich seine Blätter ab? Das tun vor allem die Bäume, die in einem Klima, wie dem unsrigen wachsen. Also da, wo es einen Winter und damit Frost und wenig Sonnenschein gibt. Der Frost würde die dünnen Blätter zerstören, denn das Wasser in den Blättern wird zu Eiskristallen und die dehnen sich aus und zerstören damit die feinen Blattzellen. Das kann man gut nachvollziehen, wenn man eine Plastikflasche mit Wasser füllt verschließt und in den Tiefkühlschrank stellt. Man staunt, wie viel Kraft gefrorenes Wasser hat. Zudem ist im Winter so wenig Sonnenschein, dass es sich für unsere Bäume nicht lohnt, noch in die kleinen Kraftwerke zu investieren. Sie ordnen einfach Winterurlaub an. Einzig die Nadelbäume, außer der Lärche, behalten ihre Nadeln. Damit das Wetter ihnen nichts anhaben kann, haben sie eine Schutzschicht aus Wachs und viel dickere Zellen, als Laubblätter.

Einen goldenen Herbst wünscht die Baumschreiberin,
Daisy Liebau

Zeichnung: M.Balonier, Ernst Klett Verlag

 

 

Baumschreiberin

Claudia Schulze

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