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"Geringelte Fichte"


Zum Umgang mit dem Baum des Jahres 2017 , der Fichte,im Quellgebiet des Verlorenwasserbaches im Hohen Fläming


 

Ich wohne im idyllischen Ort Verlorenwasser am Verlorenwasserbach und genieße seit
Jahren, wie viele Bewohner und Gäste des Hohen Fläming, die Schönheit und Ruhe der Ursprünglichkeit des Naturraums im Quellgebiet des Verlorenwasserbaches.
Mit großem Interesse habe ich den Flyer Baum des Jahres 2017 „Die Fichte“ gelesen und teile die dort gemachten Darstellungen zur Rolle und Bedeutung der Fichte in der heutigen Zeit.
Besonders die Feststellung, dass der Fichte droht, vom Brotbaum zum Notbaum der deutschen Forstwirtschaft zu werden, ja zum Klimaflüchtling, der es selbst in seinem ursprünglichen Lebensraum nicht mehr aushält, halte ich für sehr wichtig.
Eingedenk dieser Feststellungen und dem entsprechenden Umgang mit dieser Baumart, hat mich die Verfahrensweise des Naturparks Hoher Fläming mit den Fichten im Quellgebiet des Verlorenwasserbaches nicht nur stark verwundert, sondern regelrecht empört: Im vergangenen Sommer / Herbst sind eine Vielzahl von Fichten ( bis zu 120 Jahre alt ) in diesem Gebiet geringelt und kleine Fichten gefällt worden, mit der Begründung, „ weil sie dort nicht hingehören und andere Bestände verdrängen“. Das alles findet im Totalreservat statt und kann meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt werden.
Ich lege Fotos bei, die den Waldzustand in diesem Gebiet verdeutlichen. Zu meiner großen Verwunderung spielen die Naturschutzbehörde und die Forst dieses Spielchen mit.
Wenn die Fichte schon unter den veränderten natürlichen Bedingungen zu leiden hat, dann kann man sie doch nicht dort, wo sie sich jahrelang entwickelt hat, ringeln und fällen.

Ich bitte Sie herzlich, diese Situation zur Kenntnis zu nehmen und ihren Einfluss geltend zu machen, dass dieser Unsinn unterbunden wird bzw. eine öffentliche Kritik an den Verantwortlichen zur Folge hat.
Für etwaige Besichtigungen und Gespräche stehe ich Ihnen gern zur Verfügung, ebenso die angrenzenden Waldbesitzer, die Familie Schulze aus Verlorenwasser.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Semprich

 

Das Foto zeigt eine "geringelte" Fichte = Unterbrechung der Versorgung mit der Folge
des allmählichen Absterbens. Das ist weniger auffallend als eine Fällung, aber Tötung alle mal.

 

 

 

 

 

 

 


Frank, 07-01-18 15:29:
Das Jahr 2017 ist inzwischen Vergangenheit, das hier thematisierte Problem ist indes hochaktuell.

Unlängst hatte ich wieder einmal Gelegenheit das Wirken des Dr.Steffen Bohl am Verlorenwasserbach nahe der Kur-und Kreisstadt Bad Belzig in Augenschein zu nehmen.

Dabei handelt es sich nach meiner Kenntnis um die Kernzone eines Naturschutzgebietes innerhalb des großflächigen Naturparks,dem Her Dr.Bohl als Direktor vorsteht.

Nun gibt es verschiedene Sichtweisen auf die Baumart Gemeine Fichte und deren Rolle im Ökosystem Wald,darüber an dieser Stelle zu diskutieren ist nach meiner Auffassung nicht zielführend,zumal sich alle paar Jahre die dominierenden Betrachtungsweisen ändern.

Vielmehr stört mich die Rigorosität und Machtarroganz,mit der hier Sichtweisen Einzelner unter ausdrücklicher Missachtung der Wahrnehmungen und Kritiken der Anwohner, der Eigentümer und vieler Naturfreunde durchgesetzt werden.

Aber eine solche Vorgehensweise ist seit einigen Jahren im Land Brandenburg für Entscheidungsträger auf vielen hierarchischen Ebenen zunehmend typisch.

Zurück zur Sache:
Das Ringeln alter und ausnehmend gut gewachsener Fichten ist die denkbar ungeeignetste Art und Weise,sich dieser Bäume zu entledigen,die nunmehr einem langwierigen und sicherlich auch quälendem Absterben ausgesetzt sind.

Auch die "optischen Nebenwirkungen" dieser Praxis sind haarsträubend,die geschnittenen Jungfichten wurden in das Bachbett geworfen ,die abgestorbenen Altbäume ragen zukünftig wahrscheinlich jahre -oder sogar jahrzehntelang in den Fläminghimmel und vermitteln den Eindruck eines insgesamt kranken Biotops.

Das trifft im Übrigen auch auf das Ökosystem Verlorenwasserbach innerhalb der Ortslage Verlorenwasser, von "Naturschützern" als "Verplomben" bezeichnetes Zuschütten des natürlichen
Bachbettes zu.

Aber das ist ein anderer Sachverhalt.

Für beide trägt Herr Dr. Bohl die Verantwortung.
Ihm persönlich bleibt zu wünschen , dass er sich mit solchen Entscheidungen a la "Sonnenkönig" nicht übernommen hat.

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