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Tu Be-Schewat -- Neujahr der Bäume


Guten Tag Dr. Wodarz, heute möchte ich Ihnen mitteilen, dass am Donnerstag 20.01. in Israel das Neuahrsfest der Bäume *Tu be Schewat* gefeiert wird...


Guten Tag Dr. Wodarz,
heute möchte ich Ihnen mitteilen, dass am Donnerstag 20.01. in Israel das Neuahrsfest der Bäume *Tu be Schewat* gefeiert wird.
Vielleicht kannten Sie das nicht und freuen sich darüber.
Renate Köller

Anwort von Dr. Wodarz:


"Herzlichen Dank für die interesanten Informationen.

Wir von der Baum des Jahres Stiftung wünschen uns, dass der "Tag des Baumes" in Deutschland mit derselben Tradition, Begeisterung und Fantasie wie in Israel beachtet und "gefeiert" werden würde."
Ihr Silvius Wodarz

" Der 15. Schewat, das Neujahrsfest der Bäume, wird Ende Januar oder Anfang Februar begangen. Dieser schöne Festtag zu Ehren der Bäume wird vor allem in Israel, aber auch in der Diaspora gefeiert.
Wie alle tief im Boden verwurzelten Völker des Altertums waren sich auch die Juden seit alters der großen Bedeutung der Bäume für das menschliche Leben bewußt. ...
Nach dem Talmud beginnt zu Tu Be-Schewat der Saft in den Bäumen aufzusteigen. Im heiligen Land kann man zu dieser Zeit die ersten Anzeichen des nahenden Frühlings beobachten. Die Obstbäume beginnen Knospen zu treiben, und die Mandelbäume entfalten ihre zarten Blüten. Die Zeit für das Pflanzen junger Bäume ist gekommen. Sie dauert bis zum 15. Adar, auf den das Purimfest <http://www.payer.de/judentum/jud514.htm> fällt.
Nach dem Volksglauben hält Gott zu Tu Be-Schewat Gericht über die Bäume. Er entscheidet, welchen von ihnen es beschieden sein wird, das ganze Jahr zu blühen und Früchte zu tragen, und welche vertrocknen werden. In vergangenen Zeiten war es Brauch, am Neujahrsfest der Bäume für jedes neugeborene Kind einen Baum zu pflanzen. Bei der Geburt eines Jungen wurden Zedern oder Zypressen gepflanzt, für Mädchen waren Pinien bestimmt. Wenn die Kinder dann erwachsen waren, verwendete man kräftige Äste 'ihrer' Bäume als Stangen zur Befestigung des Hochzeitsbaldachins, der Chuppa <http://www.payer.de/judentum/jud502.htm>.
Diese Tradition ist auch später in der Diaspora nicht verschwunden. Da in den meisten europäischen Ländern zu Tu Be-Schewat noch kaltes Wetter herrscht und die jungen Bäumchen im Boden erfrieren würden, hat das Fest einen anderen Charakter angenommen. Man begann, Kindern und Erwachsenen bei der Heimkehr vom Gottesdienst Früchte aus dem Land ihrer Väter vorzusetzen, zum Beispiel Zitrusfrüchte, Datteln, Feigen, Rosinen und Mandeln.
Seit dem Bestehen des Staates Israel hat Tu Be-Schewat eine besondere Bedeutung erhalten. Es ist dort zur festen Gewohnheit geworden, möglichst viele Bäume zu pflanzen, die die Erosion des Bodens verhindern und seine Feuchtigkeit aufrechterhalten sollen und nicht zuletzt auch zur Verschönerung und Belebung der Landschaft beitragen. Im heutigen Israel ist das Pflanzen der Bäume mit einer Feier verbunden. Man tanzt und singt und veranstaltet Festessen, zu Hause und in der Öffentlichkeit. Im modernen Tel Aviv findet an diesem Tag alljährlich ein Fest statt, das in der ganzen jüdischen Welt bekannt ist. Vom frühen Morgen an ist überall Trompetengeschmetter zu hören. Das ist ein Zeichen für die Kinder, sich dort zu versammeln, wo die Bäume gepflanzt werden sollen. Der älteren Jugend fällt die Aufgabe zu, in festlichen Ansprachen die Bedeutung dieses Feiertages zu erklären. Die Redner sind in symbolische 'Priestergewänder' gekleidet. Dann folgt ein buntes Programm, es wird gesungen und rezitiert. Die Feier erreicht ihren Höhepunkt, wenn je drei oder vier Kinder aus jeder Gruppe ein Bäumchen zum Pflanzen erhalten. Die Pflanzlöcher werden an den dazu bestimmten Stellen ausgehoben, die Bäume werden gesetzt und sorgfältig begossen.
Heute wird Tu Be-Schewat oft als 'Tag Israels' bezeichnet. In Gebieten, wo es die klimatischen Bedingungen gestatten, werden Bäume gepflanzt. Ist dies nicht möglich, werden Spiele und Feiern veranstaltet. Bei den häuslichen Feiern werden verschiedene Speisen gereicht, vor allem aber Zitrusfrüchte, Nüsse und auch Johannisbrot. Dieser bei den Kindern beliebte Leckerbissen schmeckt und riecht nach Honig und Datteln. Es sind die Früchte des Johannisbrotbaums /(Ceratonia siliqua)/. Von diesem schon in biblischen Zeiten bekannten Baum wird erzählt, daß er viele Helden des jüdischen Altertums auf der Flucht vor ihren Verfolgern vor dem Hungertod gerettet hat." [Dolezalová, S.119 - 121]

 


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