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Medizinisches zur Fichte


Medizinische Wirkung und Heilkräfte der Fichte von Heinz Scholz, Arzneimittelanalytiker und Medizinpublizist...


Heilkräftige Fichte

Extrakte von Koniferensprossen* (Fichte, Tanne, Kiefer) kommen hauptsächlich zur Linderung bei Erkältungskrankheiten, Husten, Heiserkeit zur Anwendung. Der Handel bietet dazu einige Präparate an, wie Bronchial-Sirup, Hustenbonbons u. a. an. Das Fichtennadelöl und Salben, Cremes und Flüssigzubereitungen auf der Basis von Fichte werden als Einreibemittel bei Ischias, Rheuma und Nervenschmerzen gebraucht. Das Öl wird auch zur Inhalation und für ein Vollbad verwendet.

Gut wirksam sind auch Spitzwegerichsirup und Tannenhonig oder Sirup mit Fichtensprossen bei Husten und Bronchialkatarrh. Alfred Vogel bemerkte in seinem Buch „Der kleine Doktor“, dass die Mittel mit Honig zusammen stärker wirken.

Besonders der Waldhonig enthält nicht nur Invertzucker (Gemisch aus Trauben- und Fruchtzucker), Aromastoffe, Vitamine und Enzyme, sondern auch antibiotisch wirksame Stoffe. Die „liebliche Speise der Götter“, wie Homer den Honig pries, ist vielseitig anwendbar. Er lindert Husten, heilt Wunden, wirkt bei Lippenherpes, ist ein Energiespender und dient zusammen mit Milch oder Tee als Schlummertrunk.

Baumheilkundliche Anwendung: Wer unruhig, nervös und angespannt ist, sollte zu einer Fichte oder Tanne gehen. Er wird dann ruhig und ausgeglichen. Sie reinigen aber auch die Atemwege und stärken die Lungen. René A. Strassmann betont, dass der alleinige Aufenthalt bei diesen Bäumen einen durchblutungsfördernden und nervenstärkenden Effekt bewirkt.
Mediziner haben herausgefunden, dass sich schon bei einem Spaziergang im Wald positive Wirkungen einstellen. So senken Wälder den Blutdruck und Puls, beruhigen und reduzieren Stresshormone. Darüber berichte ich in einem gesonderten Blog.

Inhaltsstoffe der Koniferensprossen  sind Vitamin C, Provitamin A, Bornylacetat, Pinen, Limonen, Linalool, Cymol. Hauptbestandteil des Fichtennadelöls sind Bornylacetat und Borneol. Weitere Bestandteile sind Terpenkohlenwasserstoffe und Flavonoide.
Die Stoffe wirken durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, schleimlösend, auswurffördernd, schweisstreibend, belebend und keimwidrig.

* „Sprossen“ ist die offizielle Bezeichnung laut Arzneibuch.

Herstellung eines Likörs

Wanderkamerad Karl Heinz Schütt von Schopfheim brachte zu unseren Wanderungen schon einige Male einen selbst zubereiteten Fichtensprossenlikör zur Verkostung mit. Alle waren begeistert vom Geschmack. Er stellt den Likör so her:
Zutaten: Mindestens 500 g Fichtensprossen, 500 g Ursüsse, 0,7 Liter Obstler oder Korn.
Zubereitung: In einem 5 Liter Glas werden schichtweise die Fichtensprossenen und die Ursüsse eingefüllt und einen Teil des Obstlers (durch die Zugabe von Alkohol wird eine eventuelle Schimmelbildung verhindert).
Nach mindestens 4 Wochen wird der sich gebildete Extrakt (Saft) abgegossen und mit dem restlichen Obstler gemischt.  Der Likör wird dann in dunklen Flaschen abgefüllt.
Karl Heinz hat einmal einem heiseren Sänger den Likör zum Probieren gegeben. Die Heiserkeit war darauf verschwunden. Eine gute Wirkung bei Husten wurde ihm auch von Verwandten attestiert.

Tannen- oder Fichtensirup

Zubereitung: Die Maisprossen von Tannen oder Fichten eine Stunde aufkochen und durch ein Sieb geben. Den Extrakt mit der gleichen Menge Zucker oder Ursüsse versetzen, zu Sirup kochen und in Gläser abfüllen. Dieser Sirup hilft bei Katarrhen und Husten.
Hausmittel bei Husten: Etwa 10 g frische Fichtensprossen (Ernte im Mai) gibt man zu 150 g Honig. Nach 14 Tagen wird diese Mischung in den Hustentee zum Süssen gegeben. Die Wirkung des Tees wird dadurch verstärkt.

Teebereitung: 1 Teelöffel frische Fichtensprossen oder Fichtennadeln werden mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen. Nach 10 Minuten abseihen, mehrmals täglich eine Tasse trinken. Der Tee hilft bei Husten.
Ein Rezept für die Herstellung eines Fichtennadel-Franzbranntweins finden Sie unter:
www.heilkraeuter.de/rezepte/fichtennadel-franzbranntwein.htm

Gibt es Nebenwirkungen?

Bei Anwendung des Fichtennadelöls können Hautreizungen auftreten. Wer an Bronchialasthma oder Keuchhusten leidet, muss auf die Anwendung von Fichten-Präparaten verzichten. Säuglinge und Kleinkinder dürfen mit Fichtenextrakten oder dem Öl nicht behandelt werden. Es könnten Krämpfe im Kehlkopfbereich auftreten. Nicht anwenden bei Bluthochdruck, Herzschwäche, entzündlichen Hauterkrankungen  und Fieber.

Hinweis: Wer die Organisation Baum des Jahres (www.baum-des-jahres.de) unterstützen möchte, kann spenden oder im Shop diverse Artikel erwerben.

 

 

 

 

 


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