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Wie der „Baum des Jahres“ geboren wurde.

Bericht von Dr. Hans – Peter Möhl , Norderstedt                                                                                                                  
Abschrift eines Fax vom 30.8.09


Wie der „Baum des Jahres“ geboren wurde.

„Ich war Ende des Jahres 1988 auf der Rücktour von einem dienstlichen Termin in Lübeck. An der von Dr. Wodarz geleiteten Ausbildungsstätte für Forstwirte in Bad Segeberg machte ich spontan Halt in der Hoffnung, den Chef dort anzutreffen.Glücklicherweise war das der Fall, und so entwickelte sich wie bei früheren Gelegenheiten schnell ein Gespräch rund um den Wald. Dabei sprach ich auch eine Idee an, die mich schon länger beschäftigte – nämlich eine Anzahl von Menschen zusammenzubringen. die Geld zur Verfügung stellen, ein Stück Grenzertragsboden aufkaufen und gemeinsam zu einem Genossenschaftswald aufforsten. Dr. Wodarz hielt diese Idee für schwer realisierbar, so dass wir uns anderen Waldthemen zuwandten.

„Es gibt einen ‚Vogel des Jahres’, eine ‚Blume des Jahres’ und noch mehr dieser Art Warum nicht einen ‚Baum des Jahres’ – so Wodarz mit Blick auf den ihm gegenüber sitzenden Journalisten, der als dpa-Korrespondent eine Nachrichtenagentur vertrat, die alle Medien in der Bundesrepublik bedient. 
Ich überlegte nicht lange. Wenn ich jetzt, in der nachrichtenarmen Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr, einen Bericht senden könnte über die erstmalige Ausrufung eines „Baum des Jahres“ würde das der dpa einen bundesweiten Abdruckerfolg sichern. Und das exklusiv. Kein anderes Medium hatte zu dieser Zeit Zugang zu der Quelle dieser Aktion zum Vorsitzenden des Umweltschutzvereins Wahlstedt, der in dieser Eigenschaft aus journalistischer Sicht auch kompetent war, eine solche Verlautbarung herauszugeben.

Der publizistische Erfolg war durchschlagend. Vom „Südkurier“ in Konstanz bis zum
„Flensburger Tageblatt“ im Norden hat keine größere Zeitung darauf verzichtet, diese Premiere für den „Baum des Jahres“ ins Blatt zu rücken.  In manchen Zeitungen zierte ein großformatiges Foto der Stiel-Eiche sogar die Titelseite. Auch bei Rundfunk und Fernsehen fand der erste „Baum des Jahres“ vielfältig Beachtung.
Ein gelungener Coup – für Dr. Wodarz und seinen Verein, für die Bäume und ein wenig auch für dpa.“

Zitat Ende.


Dr. Wodarz bemerkt dazu:

Dr. Möhl, damaliger Leiter des dpa-Büros Nord in HH ist  außer mir der einzige Zeitzeuge der authentisch berichten kann, wie der „Baum des Jahres“ um die Jahreswende 1988/89 auch mit Hilfe der dpa „geboren“ wurde. Auf meine Bitte hat Dr. Höhl mir seine Erinnerung an diese „Geburt“ mit einem Fax am 30.8.09 mitgeteilt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar, denn wie rasch wird so etwas vergessen (oder das Vergessen ausgenutzt). 

 

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