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6) Wissenswertes

 

Früher wurde das Harz der Fichte zur Herstellung von Lacken, Terpentin oder Kolophonium genutzt. Besonders gut eignete es sich für die Produktion von sogenanntem Brauerpech. Damit wurden Bierfässer von innen vollständig versiegelt, damit das gelagerte Bier nicht durch den Kontakt mit dem Eichenholz geschmacklich beeinträchtigt wurde. 

Die Rinde der Fichte enthält relativ viel Gerbsäure und wurde daher früher bei der Lederherstellung eingesetzt. Die Nadeln der Fichten enthalten ätherische Öle, die  bakterizid wirken. Sie werden bei Atemwegserkrankungen verwendet. Als Badezusatz wirken sie durchblutungsfördernd.

Die Fichte gehört auch zu den wesentlichen Lieferanten von Waldhonig. Der stammt von Honigtau ausscheidenden Schild- und Rindenläusen, die in manchen Jahren in großer Zahl während der Austriebszeit der Fichte die dann sehr zuckerhaltigen Leitungsbahnen anzapfen. Die Bienen sammeln diesen Honigtau ein und verarbeiten ihn weiter zu einem hell- bis dunkelbraunen Honig.

Die alpinen Bergwälder, in denen die Fichte ja meist die dominierende, oft auch die einzige Waldbaumart ist, sind der beste und auch der kostengünstigste Lawinenschutz. Auf bewaldeten Hangflächen können kaum Lawinen entstehen. Brechen allerdings Lawinwn oberhalb der Baumgrenze los, dann können diese Schutzwälder sie nicht aufhalten, ohne dabei zerstört zu werden.

O Tannenbaum!

Mag sein, das schon in vorchristlichen Zeiten im trüben Winter oder speziell zur winterlichen Sonnenwendfeier gerne immergrüne Zweige – sicherlich auch Zweige von Fichten oder Tannen – ins Haus geholt wurden, um die Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings wach zu halten. Doch die ersten vereinzelten Berichte von weihnachtlichen Tannenbäumen stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Handwerker und Kaufleute haben sie damals in ihren Zunft- und Gildehäusern aufgestellt, geschmückt und mit Obst und Süßigkeiten behängt. Ab dem 17. Jahrhundert wurden solche Christbäume auch zunehmend in die Wohnstuben geholt. Doch erst im 19. Jahrhundert, als überall im Land die großen Aufforstungen mit Fichten begannen, da fing auch die große und langwährende Karriere der Fichte als Tannenbaum an. Junge Bäume, die aus den Kulturen herausgenommen werden mussten, um den anderen heranwachsenden Fichten ausreichend Raum zu geben, gab es zur Genüge. Der Weihnachtsbaum wurde zum Volksbrauch und die Fichte war der Tannenbaum schlechthin. Das blieb auch so bis in die 1960er-Jahre. Da war die Zeit der großflächigen Aufforstungen vorbei. Seitdem haben spezielle Christbaumplantagen den Markt nach und nach fast vollständig übernommen. Die aus Nordamerika stammende Blaufichte stieg in den Sechzigern zum Lieblingsweihnachtsbaum auf. Heute ist es die aus dem Kaukasus stammende Nordmann-Tanne. Die heimische Fichte ist inzwischen ziemlich raus aus diesem Geschäft.

 

 

 

Text: Dr. Rudolf Fenner
(Vertreter von ROBIN WOOD im Kuratorium Baum des Jahres)

 

 

Baumkönigin

Anne Bente Schnoor
Baumkönigin 2017