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Die Fichte in der KÜCHE

Eine lange bekannte Heilpflanze


Die Fichte ist in Deutschland einer der häufigsten Bäume, der genau wie andere Bäume wertvolle Eigenschaften über das Holz und den produzierten Sauerstoff hinweg aufweist. Fichten enthalten wie andere Nadelbäume ätherische Öle und leicht austretende Harze. Diese sind seit Jahrhunderten bekannt, das Wissen geriet jedoch etwas in Vergessenheit. Vor allem die vier bis fünf cm langen frischen Fichtentriebe sind für die Küche, für Aufgüsse, zum Inhalieren oder zum Gewinnen von Extrakten interessant. Nicht nur diese jungen Maitriebe, sondern auch die Zapfen oder die Zweige mit ihren Harzen können genutzt werden. Hier im Artikel geht es um um die Maitriebe. Diese schmecken etwas säuerlich, harzig und können Spuren von Zitronenaroma aufweisen. Im Mai enthalten sie sehr viel Vitamin C. Später werden die Nadeln sehr hart und sind für die Küche nicht mehr interessant.

Fichten bilden ihre Nadeln rund um den Zweig aus, sie treiben zu den Spitzen im Mai aus und haben an diesen Triebspitzen zuerst noch eine kleine Knospe, die später abfällt. Die Zapfen hängen unter den Zweigen. Wer die Fichte mit Eiben verwechselt, kann versterben. Diese Bäume sehen ganz anders aus, tragen im Herbst kleine rote Früchte und eignen sich als Baum oder Heckenpflanze. Die Zweige und damit auch Nadeln stehen eng und sind Blickdicht. Trotz dessen, dass die Fichte ganz anders aussieht, gab es bereits unglückliche Vorfälle, da viele in der Wildnis nicht nur aus frischen Fichtennadeln einen Tee aufkochen.

Weiterhin dürfen nicht einfach die Triebspitzen der Fichten abgekniffen und verwendet werden. Junge Fichten oder die oberen Regionen vom Baum sind zu verschonen. Auch dann soll der Waldbesitzer vorab um Erlaubnis gefragt werden. Wer die Triebspitzen an den falschen Stellen ab kneift, zerstört den Baum.

Die Eigenschaften der Fichte

Äußerlich hilft die Fichte als Badesalz oder auf andere Weise bei der Linderung von Rheuma, Krampfadern, Ekzemen, Gicht oder Akne. Beim Inhalieren, als Tee oder Sirup kann die Fichte Entzündungen im Hals oder der Rachenraum, Husten, Grippe oder Bronchitis lindern. Mit dem Vitamin C werden die Abwehrkräfte gesteigert. Die Fichte hat eine schweißtreibende Wirkung. Für die innere Einnahme sind vor allem die frischen Maitriebe interessant, die eben im Mai geerntet werden können.

Der Fichtentee


Wer in der Wildnis ist und nicht pures Wasser trinken möchte, der kann einfach seinen Wassertopf auf setzen und während des Erhitzens bei einem kleinen Rundgang ein paar frische Fichtentriebe mit den Fingern abkneifen. Bei großen Bäumen und deren unteren Ästen wird am wenigsten Schaden angerichtet. Wenn die Äste jedoch nahe über dem Boden hängen, sollen sie nicht verwendet werden, da ein Fuchs mit Bandwürmern alles markiert haben könnte.

Pro Tasse werden drei dieser jungen Triebe mit der Spitze nach unten oder klein gehackt in das heiße Wasser gegeben. Dieses soll 5 bis 10 Minuten kochen, dann kann es von der Feuerstelle und nach ziehen. Vor dem Trinken kann alles durch einen Kaffeefilter oder ein Tuch gekippt werden, es können auch die Zweige raus gefischt werden. Ein paar Reste sind nicht schädlich. Je nach Geschmacksrichtungen werden nicht nur die frischen Triebe, sondern auch ein paar harzige Zweigstücke mit gekocht. Die jungen Triebe können auch direkt frisch gegessen werden. Es ist also ungefährlich, wenn man nicht Allergiker ist und auf gewisse Inhaltsstoffe reagiert.

Der Fichtensirup Teil A


Für den Fichtentee werden frische Triebspitzen verwendet, der Tee kann jedoch nicht bis zum Herbst eingelagert werden. Dann geht es jedoch los mit den Atemwegserkrankungen. Wer den Fichtensirup im Regal hat, kann diesen „taktisch“ einsetzen. Dennoch ist auch hier der Mai oder Anfang Juni die richtige Zeit, um an die frischen Triebspitzen zu gelangen.

Pro Liter Wasser werden ca. ein Liter lose und lockere Triebspitzen der Fichte erst einmal für 5 bis 10 Minuten aufgekocht, um alles über Nacht ziehen zu lassen. Auch hier soll alles durch einen Kaffeefilter, ein Tuch oder ein Sieb gegossen werden. Wer es harziger und trüber mag, soll das Sieb wählen.

An dieser Stelle wird der Sud weißlich und trüb erscheinen. Pro Liter kann dieser mit einem Kilo Zucker nun im großen Topf geköchelt werden. Zitronensaft wird alles abrunden, es können jedoch auch einige andere Zutaten hinzu gegeben werden. Beim Köcheln soll die Feuchtigkeit entweichen. Es soll jedoch auch etwas ziehen. Zuerst wird dieser Sirup schäumen, man soll ihn etwa eine Stunde bei mittlerer Hitze köcheln, abkühlen und noch mal köcheln lassen, solange, bis der Saft dickflüssig ist. Dann kann dieser in Einmachgläsern oder anderen dicht schließenden Gläsern abgefüllt werden. Dieser Sirup hält sich bis zum nächsten Jahr oder noch länger.

Der Sirup kann mit Löffeln, auf dem Brot, im Tee oder anderweitig eingenommen werden. Er ist zum normalen Kochen fast zu schade. Denn wenn der Husten und die Erkältung einen treffen, summiert es sich, mehrfach am Tag ein paar Löffel Fichtennadelsirup zu verzehren.

Der Fichtensirup Teil B


Der Fichtensirup kann auch ohne Köcheln gewonnen werden, wenn die frischen Fichtentriebe im großen Einmachglas abwechselnd mit Rohrzucker geschichtet werden. Vom Gewicht sind es 1 Teil Fichtennadeln, zwei Teile Rohzucker, vom Volumen eher umgekehrt. Die Schichten mit Rohrzucker sollen also dünner sein, die Deckschicht jedoch etwas dicker.

Nun wird das Glas verschlossen und für zwei Wochen auf die Fensterbank zur Südseite in die Sonne gestellt. Mit der enthaltenen Feuchtigkeit fängt alles an zu schwitzen und es entsteht ein Sirup. Wenn die Fichtentriebe braun sind und sich der Sirup abgesetzt hat, dann kann alles durch ein Tuch oder Sieb gefiltert werden. Im gleichen Einmachglas kann es kühl, dunkel und trocken bis zum Winter eingelagert werden. Dieser Fichtensirup wird bei Hustenbeschwerden seine Wirkung entfalten.

Viele Rezepte


Wer heute krank ist, der geht zum Arzt. Die heilende oder lindernde Wirkung der Fichte ist deswegen vielen nicht mehr geläufig. Die Fichte wird in der Küche jedoch gerade wieder entdeckt. Es finden sich im Internet immer mehr Rezepte, in denen die jungen Fichtentriebe zur Geltung kommen. Das liegt an ihrem intensiven Geschmack sowie der Trend seit langem in die Richtung geht, raffiniert zu kochen. Auch unübliche oder unscheinbare Zutaten aus heimischen Wäldern werden entdeckt.


Wer selber gerne kocht und gärtnert, findet unter:

https://www.garten-wissen.com  

viele Pflanzenportraits und Gartentipps.

 

 

Baumkönigin

Anne Bente Schnoor
Baumkönigin 2017