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6) Baum der Zukunft?

 

Ein an sich mediterraner Baum, der sich aber in den letzten zweitausend Jahren ganz gut bei uns zumindest in den wärmeren Lagen Südwestdeutschlands eingelebt hat, der auch im übrigen, kühleren Deutschland zu respektabler Stärke heranwächst – könnte also die Ess-Kastanie ein heißer Kandidat für die heißeren Zeiten sein, die auf uns und die Wälder nun zukommen? Wahrscheinlich schon, zumindest gibt es bislang keine Anzeichen, dass sie unter den sich ändernden Klimaverhältnissen leiden könnte.


Es gibt in Deutschland allerdings noch nicht viele Erfahrungen mit der Ess-Kastanie als forstlich nutzbarer Waldbaum. Seit einigen Jahren tut sich jedoch etwas: Es gibt mehr und mehr Projekte, in denen genauer hingeschaut wird, unter welchen Bedingungen die Ess-Kastanie in unseren Wäldern zu einem Baum heranwachsen kann, dessen Holz für langlebige Bau- und Möbelholzprodukte gut geeignet ist. Geblickt wird dabei auch in Nachbarländer wie Frankreich, wo die Ess-Kastanie auch als Forstbaum schon sehr viel länger hochgeschätzt ist.

Viele Überlegungen gehen bei uns allerdings auch in Richtung Energieholz-produktion, also Plantagen mit Erntezyklen unter zwanzig Jahren, um die Ess-Kastanie dann in Form von Hackschnitzeln zu verheizen. Sicherlich – die Ess-Kastanie verlockt dazu mit dem hohen Brennwert ihres Holzes und dem schnellen und kräftigen Neuaustrieb nach dem Absägen. Im Grunde wäre das ja auch lediglich die Fortsetzung der zweitausend Jahre alten Niederwaldkulturen in Südwestdeutschland. Es wäre aber doch recht schade, wenn diese stolze Baumart hauptsächlich zur Herstellung von Fastwood verdammt würde:

Die Ess-Kastanie kann mehr!

 

Abb.: Ess-Kastanie, Foto: Andreas Roloff                           Abb.: Ess-Kastanie Bourgogne, Foto: Rudolf Fenner


7) Steckbrief

Charakteristika - Merkmale der Ess-Kastanie  

 

Text: Dr. Rudolf Fenner
(Vertreter von ROBIN WOOD im Kuratorium Baum des Jahres)

 

 

Baumkönigin

Anne Köhler
Baumkönigin 2018