Wie kam es zum Brauch des Weihnachtsbaumes?

Wenn man bedenkt, dass jährlich allein in Deutschland fast 30 Mio. "Tannenbäume" zur Weihnachtszeit aufgestellt werden (wenn auch längst nicht alles wirklich Tannenbäume sind), dann lohnt es, dass wir uns mit diesem Brauch hier noch etwas genauer beschäftigen. Er geht nachgewiesen bis ins 16.Jahrhundert zurück, als man in verschiedenen Regionen am Oberrhein damit begann, die Wohnungen gegen Jahresende mit Bäumen zu verzieren. 1539 stand im Strasburger Münster der erste urkundlich erwähnte Weihnachtsbaum. Zunächst ohne jeden Schmuck, wurden die Bäume schon bald mit Äpfeln und anderem Obst behängt, schließlich im 7. Jahrhundert auch mit süßen Leckereien und Zierrat.
Gegen Ende des 18.Jahrhunderts trat der Weihnachtsbaum dann seinen Siegeszug durch ganz Deutschland an, von wo sich der Brauch schließlich schnell auf die meisten Kulturländer der Erde ausdehnte.
Anfangs war die Weiß-Tanne tatsächlich der beliebteste Weihnachtsbaum. Sie war zu der Zeit im Schwarzwald reichlich vorhanden, ist im Winter grün und hat einen architektonischen Aufbau wie eine natürliche Pyramide.
Später wurde sie dann zunehmend durch die in ganz Deutschland vermehrt angepflanzte Fichte ersetzt, während die Tanne in den Wäldern immer seltener wurde.

Schon bei den alten Germanen hatte die Tanne wegen ihrer immergrünen Zweige Kult-Bedeutung als Symbol ewiger Lebenskraft, fortwährenden Wachstums und unerschöpflicher Fruchtbarkeit. Um die Wintersonnenwende wurden daher Tannenzweige auf öffentliche Plätze und vor die Häuser gelegt.

Der schwäbische Bauernspruch: "Viel Mockle [Zapfen ] uff de Tanne,, viel Rogge in de Wanne!" soll darauf hinweisen, dass man aus der Häufigkeit der Tannenzapfen auf die Ernte des kommenden Jahres schließen kann.

Märchen

Der dunkle „Tann“ ist der Ort des Geschehens vieler Märchen und Sagen.
Übersetzt aus dem Mittelhochdeutschen bedeutet „tan“ soviel wie Wald oder Forst.