Nutzung, Verwendung und Gesundheit

Holz - Edellaubhölzer - Instrumentenbau

Bei den Förstern hat der Berg-Ahorn einen sehr guten Ruf, er gehört zu den sog. Edellaubhölzern. Sein Holz war bereits in der Stein- und Bronzezeit sehr geschätzt, heute vor allem bei Instrumentenbauern. So erzielte z.B. im Winter 2007/08 in Sachsen ein Stamm des Berg-Ahorns den höchsten Holzpreis, mit 8.600 Euro.
Es werden wichtige Teile von Musikinstrumenten daraus gefertigt, das sog. Klangholz z.B. von Streichinstrumenten, Lauten, Zithern und Gitarren, Panflöten und Fagott. (Sie kennen doch hoffentlich "Peter und der Wolf"?)

Eine Geigenbauerin berichtet:"Ohne den Berg-Ahorn gebe es den Geigenklang, wie wir ihn kennen, gar nicht. Dieses unübertroffene Klangholz hat unter dem Geigenlack zudem eine herrlich lebendig funkelnde Maserung wie kein anderes Holz. Deshalb ist auch die Geigenbaumeisterin Dorte Weishaupt Moinian aus Neu Meteln bei Schwerin immer auf der Suche nach dem klanglich passenden Berg-Ahorn für ihre Geigen, Bratschen und Celli. Hat sie das ideale Holz gefunden, muss es erst einmal mindestens 10 Jahre lagern, bevor sie den Berg-Ahorn aus Bosnien oder Bayern zu ihren Meisterinstrumenten verarbeitet."

Höchstpreise erzielen Flammen-/Riegel- und Vogelaugen-Ahorn, das sind Stämme mit welligem Holzfaserverlauf oder vogelaugenähnlichen Holzstrukturen, die dann im Furnier oder Edelholz besonders schön aussehen. Von den drei heimischen Ahornarten ist das Holz des Berg-Ahorns das begehrteste, auch weil es am hellsten ist.
Es ist hart und gut zu bearbeiten. Allerdings ist es nicht witterungsfest und muss im Freien sehr gut geschützt oder behandelt werden. Auch im Saft geschlagenes Holz verfärbt sich schnell durch Pilzbefall, weshalb unbedingt
die Winterfällung zu empfehlen ist.

Berg-Ahornholz ist ein gesuchtes Möbel-, Ausstattungs-, Drechsler- und Schnitzholz und wird wegen seines hellen Farbtons für Küchengeräte und Tischplatten verwendet. Es ist gut geeignet für Werkzeugstiele, da es besser die Handwärme hält als z.B. Buchenholz. Wegen seines hohen Stärkegehaltes im Spätherbst und Winter kann es gemahlen zu Viehfutter verarbeitet werden. Das sollten Sie wissen, wenn mal nichts anderes zu bekommen ist…

Medizinische Verwendung

Das Laub wird wegen des hohen Stickstoffgehaltes z.T. noch bis heute als Viehfutter verwendet. Aus jungen Blättern kann man "Sonnentee" und Salatmischungen herstellen. Die Blätter fanden früher medizinische Verwendung vor allem als kühlende Auflage bei Geschwüren, geschwollenen Gliedern, Insektenstichen u.ä. Dazu quetscht man die Blätter etwas an und legt sie auf die erhitzten Stellen. Probieren Sie es doch beim nächsten Mückenstich einmal aus (wenn in der Nähe ein Ahorn steht).

Ähnlich wie beim nordamerikanischen Zucker-Ahorn kann man auch beim Berg-Ahorn im Frühjahr Saft zapfen, wenn er auch nicht ganz so ergiebig wie der nordamerikanische Bruder ist. Dazu wird der Stamm bis zum äußeren Holz, dem Splint, angebohrt. Der Frühjahrssaft tropft dann 3-4 Wochen lang bis zum Tag des Austreibens heraus. Dann hört er schlagartig auf, weil die Wasser ziehenden Blätter zu einem Unterdruck im Stamm führen, so dass der Saft dann in die Krone gesogen wird. Pro Baum können bis zu 50 l (beim Zucker-Ahorn 150 l) geerntet werden, der Zuckergehalt ist 1-3%. D.h. der Saft schmeckt süßlich, ist aber noch kein Sirup, so dass die Flüssigkeit hinterher durch Erhitzen zu Ahornsirup eingedickt wird. Im 1. Weltkrieg und zu anderen früheren Notzeiten war dies eine wichtige, wenn auch mühsame Zuckerquelle.

Bedeutung hat auch der starke Schattenwurf des Berg-Ahorns unter Alleen, in Parkanlagen und in Gärten, wenn man ihn nutzen will. Und im Gebirge ist er ein beliebter Hausbaum. Zeitweise zählte er dort früher sogar als Arbeitskraft mit, wegen seiner vielfältigen Nutzfunktionen. "Sobald er auftritt, verändert sich der ästhetische Eindruck der Landschaft und gewinnt einen Reichtum, eine laubige Fülle…" (CHRIST)