Ökologie und Vorkommen

Vorkommen

Der Berg-Ahorn wird auch als der Rübezahl unter den heimischen Ahornarten
bezeichnet: er bevorzugt mehr die feuchten, kühlen Höhen. Über die natürliche Nordgrenze des Bergahorn-Areals wird noch diskutiert. Ohne Probleme wächst er heute auch in Südskandinavien und bis nach Schottland. Aber von selbst hat er die Rückwanderung nach den Eiszeiten wohl nur bis nach Norddeutschland geschafft, dann hat der Mensch weiter nachgeholfen. Es gibt Nachweise, dass er nahe der norddeutschen Küste vor 500 Jahren noch unbekannt war.

Der Verbreitungsschwerpunkt liegt jedoch in Mittel- und Südeuropa, dort vor allem im Bergland, in Mischbeständen mit Buchen, Tannen und Fichten. So kann er im Harz und Erzgebirge bis in 900 m Höhe vorkommen, in den Zentral- und Ostalpen bis in 2.000 m, und damit höher steigen als die meisten anderen Laubbäume. England und Irland hat der Berg-Ahorn nach seiner dortigen Einbürgerung durch den Menschen im 15. Jahrhundert komplett erobert, sich also von Anpflanzungen aus selbst verbreitet. Invasionspotenzial nennen das
Botaniker – der Berg-Ahorn ist aber weniger invasiv als der Spitz-Ahorn.

Seine Häufigkeit und Dominanz wird mit zunehmender Höhenlage immer deutlicher (Name Berg-Ahorn!), schließlich kann er dort sogar vereinzelt
Reinbestände bilden, da er oberhalb 800 m sehr konkurrenzstark wird.

Man bezeichnet ihn auch als die "Eiche der höheren Lagen". Besonders
wohl fühlt er sich an Steilhängen, auf Geröllhalden und in feuchten Tälern,
etwas sehr Schönes sind dort die Ahorn/Eschen-Schluchtwälder mit Silberblatt (Mondviole), einer eindrucksvollen krautigen Pflanze. Diese Hochleistungswälder mit Spitzenwuchsleistungen erinnern an tropische Hochland-Regenwälder, wegen des sehr dichten Bewuchses der Bäume mit Moosen und Flechten.

Feuchtigkeitsbedarf - Schattentolerant

Der Berg-Ahorn benötigt eine gewisse Feuchtigkeit, die im (Mittel-)Gebirge immer gegeben ist. Als Straßen- und Stadtbaum zeigt er aber im Flachland auf trockenen Standorten oder bei zu eingeengtem Wurzelraum Probleme.
Was meinen Sie: Wie wird der Berg-Ahorn nach all dem Gesagten mit dem Klimawandel klarkommen? Er wird in den Mittelgebirgen durch eine längere Wachstumsperiode davon profitieren, in der Stadt aber durch mehr Trockenstress Probleme bekommen. Letzteres kann man allerdings durch ausreichenden Wurzelraum (nach unten und zur Seite) entschärfen.

In der Jugend ist er sehr schattentolerant (fast wie die Buche, wächst also auch unter den Kronen anderer Bäume recht gut), im Alter benötigt er mehr Licht, aber nicht unbedingt volle Sonne. Daher ist er der ideale Alleebaum in mittleren Höhenlagen und waldigen Gebieten. Seine Frosthärte erreicht -35° C, nur in der Jugend ist er empfindlicher, vor allem gegenüber Spätfrösten im Mai.

Lebensraum

Der Berg-Ahorn kann eigentlich fast überall problemlos wachsen. Der Boden sollte nur nicht zu trocken und zugleich nährstoffarm sein, ansonsten hat er diesbezüglich aber keine besonderen Ansprüche.
Berg-Ahorne sind Lebensraum für viele Vogelarten, Insekten, Pilze und Misteln.
So gibt es z.B. Schmetterlinge mit den schönen Namen Ahorn-Eule und Ahorn-Spinner. Blattläuse mögen den Baum besonders wegen seines hohen Zuckergehaltes, und dementsprechend auch Ameisen (da sie die Blattläuse "melken"). Vögel und Mäuse ritzen gelegentlich die Rinde an, um an den zuckerhaltigen Frühjahrssaft zu gelangen – ich habe schon beobachtet, wie Meisen kopfüber unter einer Ahorn-Astwunde hingen und sich den Saft in ihren Schnabel tropfen ließen!
Die Samen werden von Eichhörnchen, Mäusen, Kernbeißern und anderen Tieren gefressen, so dass nach dem Winter nur noch ein kleiner Teil übrig ist (aber immer noch genug bei den großen Fruchtmengen).

Krankheiten und Schäden

Auf die Spätfrostempfindlichkeit jüngerer Berg-Ahorne wurde bereits hingewiesen. Er wird gerne vom Wild verbissen und muss deshalb geschützt werden, wenn er selten vorkommt. Ansonsten ist die Baumart sehr robust und wird nicht ernsthaft von Schädlingen bedroht.

Bei ständigem Wassermangel kann es allerdings aufgrund des damit verbundenen Stresses zu Pilzerkrankungen kommen, was die Verwendung als Straßenbaum im Flachland und in der Stadt einschränkt. Er ist jedoch ziemlich gut streusalzverträglich. Überflutungen erträgt er nicht sehr lange (etwa bis zu 2 Wochen), sonst wird er in der Folge krankheits- bzw. pilzanfällig.
Das ist Ihnen sicher schon einmal aufgefallen: Die Blätter können im Spätsommer und Herbst viele schwarze Flecken bekommen, die sog. Teerfleckenkrankheit. Hervorgerufen wird sie durch einen Blattpilz. Diese kann zwar eindrucksvolle Ausmaße annehmen, schädigt die Blätter aber nur geringfügig.

Was Sie vielleicht auch schon gesehen haben: an Ahornblättern entwickeln sich bisweilen auffällige, merkwürdig geformte kugelige oder zapfenartige Anschwellungen. Das sind sog. Gallen, die von Gallmilben und -wespen hervorgerufen werden, indem sie in den Blattstoffwechsel eingreifen. Aus der Form der Gallen kann man auf eine bestimmte Insektenart schließen, meist befinden sich Larven darin und lassen es sich gutgehen. Für die Blätter hat das keinen Schaden zur Folge.